Tansania

"For Future Generations ......."

In einem Land mit wenig Fernsehen und Farbillustrierten haben erschwingliche Bücher - auch Schulbücher - eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Schulbuchverlag mit Druckerei MBP ist ein Schulbuch-Verlag (mit Druckerei und Binderei) unter der Kontrolle des Ministry of Education, der eines der ärmsten Länder Afrikas mit Sekundar-Schulbüchern zu versorgen versucht. MBP besteht seit 1985 und wird von Anfang an von APDW unterstützt. Das Motto von MBP ist "For Future Generations", vgl. das Logo. Die Bücher werden von Teams von tanzanischen Lehrern geschrieben und dann im Projekt herausgegeben, illustriert, gesetzt und gedruckt. Alle MBP-Bücher sind bezuschußte Billigausgaben (1-10 DM). Alltagsbezug der Bücher Im Gegensatz zu - meist aus Großbritannien oder den USA - importierten Schulbüchern unterbreiten MBP-Bücher für das Land relevante Themen, Beispiele, Versuche und auch "Projektvorschläge".

So werden z.B. in den Oberstufen-Chemiebüchern Themen wie Pestizide, richtige Ernährung und landesübliche Medikamente ebenso behandelt wie die Gefahren und die Entsorgung der beschriebenen Chemikalien. Bei Pestiziden wird z.B. auch erwähnt, warum und in welchen Lindern diese verboten sind. Als Projektvorschläge werden behandelt: Die Extraktion eines Pestizids aus den Samen des Neembaumes; die Zubereitung besserer Babynahrung durch eine Fermentierung, die dank des traditionellen Bierbrauens in jedem Dorf bekannt ist; die Extraktion von Eukalyptus- und Nelken" usw.

Vermittlung von Selbstvertrauen
Auch die Bodenchemie - wichtig für ein Agrarland - und die heute völlig vergessene traditionelle Stahlherstellung, die bereits vor 1500 Jahren mit vorerhitzter Luft gearbeitet und einen Stahl produziert hat, der weit besser als damalige europäische Stühle war, werden ausführlich behandelt. Die Kenntnis der eigenen technischen Errungenschaften der vorkolonialen Zeit ist wesentlich für das Selbstvertrauen der heranwachsenden Generation - eine wichtige Voraussetzung für jede selbständige Entwicklung.

Do it yourself
In den letzten Jahren wurden Chemie-, Biologie- und Physikbücher für Anfänger (Enjoy Chemistry usw.) erarbeitet, die versuchen, durch viele und z.T. auch lustige Abbildungen und einfache Sprache Naturwissenschaft verständlich und interessant zu machen. Besonderer Wert wurde auf die Durchführung von Experimenten gelegt, die Lehrer und Schüler mit einfachen, im Lande zu findenden Materialien aufbauen und realisieren können. So können die Schüler am Ende jeweils über einen Selbstbaukasten verfügen, der die Durchführung aller vorgeschlagenen Schülerexperimente ermöglicht. Dies ist besonders wichtig in einem Land, in dem sich die meisten Schulen industriell gefertigte Geräte für den naturwissenschaftlichen Unterricht nicht leisten können. Das Ministerium will in der Mittelstufe naturwissenschaftliche Praktika nach dem "Do-it-yourself"-Ansatz von MBP einführen. Es hat MBP beauftragt, Praktikumsbücher hierfür herzustellen. Zur Zeit werden die Praktikumsbücher für die Klassen 10 und 11 (Form III und IV) erarbeitet. Erschienen sind je ein Chemistry, Physics und Biology Sourcebook, die für interessierte Lehrer und Schüler den Bau und Gebrauch des Science Tray, eines tragbaren Mini-Labors, das ebenfalls im wesentlichen aus inländischen Materialien gebaut werden kann, erläutern und mehrere hundert Versuche aufzeigen, die damit ausgeführt werden können. Ferner hat MBP ein Mittelstufenbuch Agricultural Mechanics, eine Anleitung zur Gründung von Dorfbibliotheken, Almasi Aunda Maktaba, und einen AIDS-Aufklärungscomic (in Kiswahili) herausgebracht.

Unsere Partner
MBP wird seit 1989 von einem sehr tatkräftigen Tanzanianer geleitet, J.B.A. Mihigo. Unser Ansprechpartner ist hauptsächlich Mr. Ndar'lu, sein Stellvertreter. Er ist technisch sehr versiert und schafft es manchmal ohne fremde Hilfe, streikende Computer oder Druckmaschinen wieder in Gang zu bringen. MBP hat 30 Mitarbeiter aus den verschiedensten Regionen Tanzanias. MBP muß sich durch zusätzliche kommerzielle Druckaufträge seit einigen Jahren selbst tragen. So druckt MBP z.B. Kinderbücher und Zeitschriften (in Kiswahili) für ein Kinderbuchprojekt.

Unsere derzeitige Unterstützung
Da im Haushalt Tanzanias auch der Bildungsetat stark gekürzt wurde, haben die meisten tanzanischen Schulen kein Geld mehr für Schulbücher. Wir unterstützen daher MBP, indem wir bedürftigen Schulen MBP-Bücher finanzieren. Ausgewählte Schulen wurden von MBP angeschrieben und gebeten, falls sie Bücher benötigen, einen Fragebogen auszufüllen, der Auskunft über Schülerzahlen und Lehrer in Landwirtschaft und naturwissenschaftlichen Fächern gibt. Mehr als fünfzig Schulen haben inzwischen um Bücher gebeten. Wir bemühen uns, für vier Schüler wenigstens ein Lehrbuch zu geben. Mit den Devisen, die MBP so erhält, kauft es meist Ersatzteile, Papier usw. Damit wird auch vermieden, daß MBP wegen mangelnder Ersatzteile für die (Second Hand-) Maschinen still steht.

Kontakt: Manfred Schiess Gustav-Freytag-Str. 18 76437 Rastatt Tel. 07222-26557 Fax 07222-22513 E-mail    za1596@lehrer1.rz.uni-karlsruhe.de

Die lieferbaren Bücher

  • "Enjoy Chemistry*" Vol. 1, 1993, Lehrbuch für die ersten beiden Sekundarschuljahre, das auch den Do-it-yourself-Ansatz integriert. Tshs. 3000/-
  • "Chemistry Sourcebook*" for teachers, tutors and O-level students ", 1994, TShs. 3000/-
  • "Inorganic Chemistry for A-Level and First Year University", Vol. A and B, enthält Kapitel über Gefahren der Chemie und
  • Agrikulturchemie, 1990, TShs 3000/- bzw. 2830/-
  • "Physics Sourcebook*" for teachers, tutors and O-level students, 1991, TShs. 2500/-
  • "Quantities, Units, Formulae in Physics*", Vol.I Formelsammlung für O-level, 1995, Vol.II Formelsammlung für A-level, 1996, TShs. 1500/- bzw. TShs. 2000/-
  • "Biology Sourcebook" for teachers, tutors and O-level students ", 1992, TShs. 2500/-
  • AIDS Comic* (in Kiswahili), 1990, TShs. 500/-
  • "Introduction to Agromechanics*" for O-Level 1990, TShs. 2500/-
  • "Principles of Livestock Production*, Vol 1" for O-Level, 1993, TShs. 2500/-
  • "Introduction to Rural Economy" for University, 1994; TShs. 3000/-
  • "Why They are so Poor" by R.H. Strahm, adapted for Africa, for teachers and A-level, 1996, TShs. 4000/-
  • "Echoes of a Past World*", Gedichte von Noah K. Ndosi, 1993, TShs. 1200/-

Ambulanzstation in Lukange Landflucht bekämpfen Die Situation in Lukange bis Ende 1997 Lukange ist ein Dorf, das 120 km südöstlich von Morogoro in den Uluguru-Bergen Tanzanias liegt. (Morogoro liegt seinerseits 200 km westlich von Dar es Salaam.) Im Dorf und zerstreut an den umliegenden Berghängen leben ca. 20 000 Menschen, für die es keinerlei westliche Gesundheitsfürsorge gab, da das Gebiet sehr abgelegen ist. (Die ungeteerte "Straße" von Morogoro nach Lukange ist so schlecht, daß man mit einem geländegängigen Fahrzeug in der Trockenzeit sechs bis acht Stunden für die 120 km benötigt.) Es gibt hier keine Geschäfte, nur einen kleinen Sonntagsmarkt, eine Kirche und eine Grund- und Hauptschule. Die Böden sind relativ fruchtbar, da infolge Steigungsregen bei den vorherrschenden Ostwinden mehrere Ernten im Jahr möglich sind. Es leben hier durchweg Kleinbauern, die in Streusiedlung an den erosionsgefährdeten Hängen wohnen. Die Siedlungen sind nur über Fußpfade zu erreichen. Die Lebensumstände sind sehr ärmlich. Menschen starben hier an Krankheiten, die durch Medikamente beherrscht werden können, weil es keine Krankenstation gab, in der diese Krankheiten diagnostiziert und behandelt werden konnten. Das nächste Gesundheitszentrum war 30 km entfernt, was mindestens einen Tagesmarsch erfordert. Schwerkranke konnten nur auf Bahren von Trägern dorthin gebracht werden. Für viele kam deshalb jede Hilfe zuspät. Das Projekt So bauten die Einwohner des Ortes in den Jahren 1994 bis 97 mit der finanziellen Unterstützung durch APDW eine Ambulanzstation mit ein paar Betten (für Mutter und Kind), die von Schwestern und einer Hebamme betreut werden soll. Die Kosten für den Rohbau der Station beliefen sich auf etwa 35 000 DM. Davon gab das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg 75%, der Rest wurde von der Bevölkerung durch Eigenarbeit und durch die APDW (DM 6.500) aufgebracht. Die Dorfbewohner brachten vor allem ihre Arbeitskraft in das Projekt ein, z.B. durch das Brennen von Ziegelsteinen usw. Projektpartner Unser Ansprechpartner ist Pater Emile Mpeka, der selbst aus diesem Dorf stammt. Er organisierte den Transport des notwendigen Baumaterials von Morogoro nach Lukange, was bei den vorherrschenden Straßenverhältnissen keine leichte Arbeit ist. Bekämpfung von Landflucht Wir halten dieses Projekt für sehr wichtig, da hier einer großen Zahl von Menschen aus einer überaus unmenschlichen Situation geholfen wird. Außerdem sehen wir darin langfristig einen Beitrag, dem Problem der Massenabwanderung in die zu begegnen. Es wäre doch sehr bedauerlich, wenn dieser klimatisch und ertragsmäßig günstige Gebirgsraum von Menschen entleert würde, weil ihnen das Nötigste zu einem menschenwürdigen Leben fehlt. Der Rohbau dieser Ambulanzstation wurde Mitte 1997 fertig, die Inneneinrichtung erfolgte mit Unterstützung durch eine Nord-Süd-Gruppe in Aachen. Anfangs 1998 wurde die Station in Betrieb genommen. In Zukunft wird unser Engagement wahrscheinlich nur noch dann und wann für Medikamentenlieferungen notwendig sein. Stand: Frühjahr 1998 Hinweis für die Red.: Bitte Lukange - falls möglich in Tan-karte eintragen. Eintrag lege ich bei. Die Krankenstation in Lukange/Tanzania nimmt den Betrieb auf Hintergrund Lukange ist ein Dorf, das 120 km von Morogoro in den Uluguru-Bergen liegt. (Morogoro liegt seinerseits 200 km westlich von Dar es Salaam.) Im Dorf und zerstreut an den umliegenden Berghängen leben ca. 20 000 Menschen, für die es bislang keinerlei westliche Gesundheitsfürsorge gibt, da das Gebiet sehr abgelegen ist. (Die ungeteerte "Straße" von Morogoro nach Lukange ist so schlecht, daß man mit einem geländegängigen Fahrzeug sechs bis acht Stunden für die 120 km benötigt.) Es gibt hier keine Geschäfte, keinen Arzt, keine Apotheke, nur einen kleinen Sonntagsmarkt, eine Kirche und eine Grund- und Hauptschule. Die Böden sind relativ fruchtbar, da infolge Steigungsregen mehrere Ernten im Jahr möglich sind. Es leben hier durchweg Kleinbauern, die in Streusiedlung an den erosionsgefährdeten Hängen wohnen. Die Siedlungen sind nur über Fußpfade zu erreichen. Die Lebensumstände sind sehr ärmlich. Das Projekt Menschen sterben hier an Krankheiten, die durch Medikamente beherrscht werden können, weil es keine Krankenstation gibt, in der diese Krankheiten diagnostiziert und behandelt werden könnten. Frauen sterben während der Geburt, weil keine ausgebildete Hebamme erreichbar ist. Auch die Kindersterblichkeit ist sehr hoch. Das nächste Gesundheitszentrum ist 30 km entfernt, was mindestens einen Tagesmarsch erfordert. Schwerkranke können nur auf Bahren von Trägern dorthin gebracht werden. Für viele kommt deshalb jede Hilfe zuspät. Deswegen haben die Einwohner des Ortes eine Ambulanzstation mit ein paar Betten (für Mutter und Kind) gebaut, die dann von zwei Schwestern und einer Hebamme betreut werden soll. Die Kosten für den Bau der Station beliefen sich auf 36.000 DM; davon gab das Wirtschaftsministerium von Baden-Württemberg 75%, der Rest wurde von der Bevölkerung durch Eigenarbeit und durch die APDW (DM 6.500) aufgebracht. Die Dorfbewohner brachten vor allem ihre Arbeitskraft in das Projekt ein, z.B. durch das Brennen von Ziegelsteinen usw. Bekämpfung von Fluchtursachen Wir halten dieses Projekt für sehr wichtig, da hier einer großen Zahl von Menschen aus einer überaus unmenschlichen Situation geholfen wird. Außerdem sehen wir darin langfristig einen Beitrag, dem Problem der Massenabwanderung in die Großstädte und in andere Länder zu begegnen. Es wäre doch sehr bedauerlich, wenn dieser klimatisch und ertragsmäßig günstige Gebirgsraum von Menschen entleert würde, weil ihnen das Nötigste zu einem menschenwürdigen Leben fehlt. Dank an alle Spender Unser Ansprechpartner ist Pater Emile Mpeka, der selbst aus diesem Dorf stammt. Pater Mpeka schickte uns kürzlich ein Fax, in dem er mitteilte, daß der Bau der Krankenstation in Lukanga fertiggestellt ist. Ferner schreibt er, daß die Inneneinrichtung und alle notwendigen medizinischen Geräte, die von einer Dritte-Welt-Gruppe in Aachen finanziert werden, noch im Juli in Dar es Salaam per Schiffscontainer erwartet werden. Der Bau dieser Krankenstation war wegen des extrem abgelegen Ortes doch mit weit größeren Schwierigkeiten verbunden, als wir ursprünglich angenommen hatten. Die Station wird also in den nächsten Monaten ihren Betrieb aufnehmen können. Pater Mpeka schreibt: "Im Namen der Einwohner von Lukange möchte ich unseren herzlichen Dank an alle unsere Wohltäter erneuern, die zu diesem Projekt beigetragen haben. Möge Gott sie alle segnen." Auch ich als Projektbetreuer möchte mich diesem Dank an die Mitglieder und Freunde der APDW anschließen, die diese Krankenstation ermöglicht haben. Manfred Schiess APDW, c/o Manfred Schiess, Gustav-Freytag-Str. 18, 76437 Rastatt, Germany, Tel. 07222-26557, Fax c/o Dekempe, 0049-7222-22513, 29.01.97 Fr. Emile Mpeka, Bishop's House, Morogoro, Tanzania, Fax 00255-56-4716 Dear Fr. Mpeka, our State Government wants to know whether Lukange dispensary is ready now for use. Are the finishings ready now? Please, if ever possible, fax the answer immediately. If you have new photographs, please send these too. I hope that you are fine. Thank you for your efforts. Yours faithfully,