Solare
Trinkwasserversorgung für das Dorf Godino
Abschlussbericht
Von unserem Projekt Solare
Trinkwasserversorgung für das Dorf Godino in Äthiopien
können wir nun den Abschlussbericht
vorlegen.
Wir
stehen mit Fekadu Aleka, dem Projektleiter auch nach dem Abschluss
des Projekts in ständigem Kontakt. Er hatte uns über
den Fortgang des Projekts immer wieder Berichte und Fotos geschickt,
wovon wir den folgenden Auszug hiermit wiedergeben:
1. Bauvorbereitungen und
Bauphase
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Dieses
Bild zeigt den grünen Quellhorizont mit dem trockenen
Einzugsgebiet im Hintergrund. In der Mitte sind zwei Vertreter der
Dorfgemeinschaft sowie eine Frau und zwei Männer von der
Behörde für ländliche Entwicklung, die
über das Projekt sprechen
(Feb. 2004) |

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Unterhalb
des Quellhorizonts tritt das Wasser aus verschiedenen Quellen aus und
sammelt sich in einem Bach mit einem kleinen
„Badesee“ für die Kinder. Oben rechts holt
eine Frau Wasser an einer spärlich fließenden
Quelle. Links daneben treibt ein Bauer seinen Esel zu dem
„Badesee“, um „Trinkwasser“ zu
holen.
(Feb. 2004) |

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Projektleiter
Fekadu
Aleka in der Mitte des Bilds erklärt der Dorfgemeinschaft, wie
die Arbeit weitergeht. Es wird aufgefordert, dass sich fünf
„Lehrlinge“ - darunter mindestens zwei Frauen
– bereit erklären, sich detailliert in die Aufgaben
des Projekts einweisen zu lassen
(2. Mai 2004) |

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In
dem Quellgebiet ist in der Zwischenzeit der Sammeltank im Rohbau fertig
gestellt worden, in dem sich nun das meiste
Quellwasser sammeln soll. In dem Sammeltank werden später zwei
Tauchpumpen eingehängt, die das saubere Wasser über
zwei parallele Leitungen zu einem ein km entfernten und 35 m
höher gelegenen Reservoir mit Hilfe von Solarstrom
fördern sollen.
(Sept. 2004) |
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Die
ganze Bevölkerung hilft mit beim Mischen des Betons zum Bau
des Reservoirs links hinten
(Sept. 2004) |

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Von dem Reservoir sollen nach
Fertigstellung zwei Hauptleitungen sowie Verzweigungsleitungen zur
Versorgung des Dorfes gehen.
(Sept. 2004) |
In seinem Bericht vom Okt. 2004
schrieb uns Fekadu, dass weitere
Baufortschritte erzielt wurden. Die Baumaßnahmen konnten
jedoch erst im März 2005 abgeschlossen werden. Es gab
Verzögerungen da einerseits bei den Staatsbetrieben kein
Baustahl und kein Zement verfügbar waren, andererseits die
Bauern dringende Feldarbeiten erledigen mussten. Fekadu wollte nicht
das teurere Material bei den Privatbetrieben kaufen, da sonst das
geplante Budget nicht ausgereicht hätte.
Statt der geplanten 6
Wasserausgabestellen wurden 13 gebaut, damit keine Familie mehr als 150
m zu einer Zapfstelle zu Fuß laufen muss. Davon wurde auch je
eine Zapfstelle im Schulhof und in der Gesundheitsstation errichtet. Um
an sauberes Quellwasser zu
kommen, mussten bisher Frauen und Kinder etwa 3 km laufen und
haben dann doch nur verschmutztes Wasser nach Hause gebracht.
Die Verzögerung
von
drei Monaten – ursprünglich war der Projektabschluss
im Dez. 2005 geplant – kam auch zustande, da die Tauchpumpen
und die Solaranlage noch vom Zoll zurück gehalten wurden.
Damit die Waren zollfrei importiert werden konnten, mussten zuerst
mehrere Ministerien zustimmen. Die Schulungen für das
Wassermanagement und die Einweisung in die Wartung und Reparatur der
Anlagen wurden nun im März 2005 nach dem Probebetrieb
durchgeführt.
2. Endmontage und
Probebetrieb (Feb. 2005)
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Die
Solarpanels können jetzt endlich –
nach der Freigabe durch den Zoll – montiert werden. Die
„Lehrlinge“ – das sind 5 Frauen, die die
Dorfgemeinschaft für das Wassermanagement
ausgewählt hat,
da sie zuverlässiger als Männer sind –
helfen bei der
Montage. |

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In
den Morgenstunden läuft der Sammeltank
über. Nachmittags zwischen 12 und 14 Uhr gibt es keinen
Überlauf, da die Sonne auf dem Höchststand steht und
die
Pumpen mehr fördern können.
(Feb. 2004) |

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Der
Testbetrieb läuft und die Frauen und
Kinder können es kaum abwarten bis sie direkt von
dieser Zapfstelle aus, das saubere
Trinkwasser holen. In dem roten
Kasten neben der Zapfstelle ist der Wasserverbrauchszähler
untergebracht. |
3. Einweihung am 27.
Feb. 2005
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Zur
Einweihung wurden 3 Tafeln errichtet: am Dorfeingang bei einer
Zapfstelle, an der Quelle und am Dorfausgang (am Reservoir). Darauf
steht:
Godino Village Water Project
Die ausführende Organisation: LEM, the Environment &
Development Society of Ethiopia
und der deutsche Träger Active Partnership with the Southern
Hemisphere / Aktion Partnerschaft Dritte Welt, Karlsruhe
Errichtet: April 2004 / Feb. 2005
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Nach
der Einweihung ging es zur Quelle.
Die Frau in Rot: Frühere FAO-Landesvertreterin; rechts und
links von dem Projektleiter Fekadu Aleka: zwei LEM-Vorstandsmitglieder
- (mit Jeans: Mitarbeiter von UNHC; mit Stock: früherer
Governor einer Province)
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An
der Zapfstelle 11:
Jetzt endlich kann die Bevölkerung das Trinkwasser an den
Zapfstellen
holen. Statt 3 km sind es nun nur noch maximal 150 m.
Am Tag der Einweihung ist das kostbare Nass noch kostenlos. Am Tag
danach erhebt das Wasserkomitee für 10 Liter Trinkwasser eine
Gebühr von umgerechnet 0,0031 Euro.
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4. Wassermanagement
Nach der Einweihung wurden sieben Personen zum Wasserkomitee
für zwei Jahre gewählt. Davon gehören zwei
dem örtlichen Verwaltungsrat an. Dadurch hat das Komitee eine
bessere Kontrollbefugnis. Das Komitee besteht aus dem Vorsitzenden,
einem Stellvertreter,
einem Sekretär, einer Schatzmeisterin und dem
Buchprüfer. Die zwei Verwaltungsratmitglieder sind einfache
Mitglieder des Komitees mit Stimmrecht. Das Komitee überwacht
das gesamte Projekt, verwaltet das Geld und leitet das Personal
(fünf Technikerinnen sowie zwei Wächter).
Das Komitee führt ein Konto bei der Bank mit Zustimmung der
Kreisverwaltung und der Wasserbehörde. Geld kann nur
ausgezahlt werden,
wenn der Vorsitzende es anweist, der
Buchprüfer zustimmt und drei Mitglieder des Komitees
persönlich in der Bank erscheinen.
Das eingenommene Wassergeld wird zunächst bei der Bank
eingezahlt. Auszahlungen können nur erfolgen, wenn eine
ausreichende Deckung vorliegt. Das Komitee gibt einmal im Jahr
Rechenschaft gegenüber der Vollversammlung. Eine
außerordentliche Versammlung ist möglich.
5. Finanzierung des
Projekts
Zur Finanzierung des Projekts erhielten wir eine Zuwendung von 75%
-
das sind etwa 50.000,- € - vom Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ). Die restlichen 25% teilten sich
die Zielgruppe (Bevölkerung erbrachte Eigenleistungen) sowie
der private Träger (Aktion Partnerschaft Dritte Welt APDW)
etwa
je zur Hälfte. Trotz der dreimonatigen Verzögerung
und der Erweiterung auf 13 Zapfstellen, konnte der Kosten- rahmen
eingehalten werden.
Die vorgenannten Wassergebühren sind so kalkuliert, dass nach
Abzug von Löhnen für das Wassermanagement, das von 5
Frauen durch¬geführt wird und allgemeinen
Repara¬turen und Instandsetzungen, noch Rücklagen
für Leitungen und Armaturen, für Solarpanels und die
Pumpen gebildet werden können. Über die Dauer von 20
Jahren – das
ist die allgemein angenommene Lebensdauer der Anlage – kann
unter normalen Bedingungen soviel Geld zusammen kommen, dass die Anlage
damit nach 20 Jahren weitgehend erneuert werden kann, womit das Projekt
als „nachhaltig“ gelten kann.
6. Besuch von Manfred Schiess und Team
Es ist ein glücklicher Umstand, dass Fekadu Aleka –
„unser“ deutscher Dipl.-Ingenieur
äthiopischer
Abstammung – dort die Fäden in der Hand
hält. Ohne ihn
könnten wir die Projekte nicht durchführen. Er
erstellt
Machbarkeitsstudien, erarbeitet mit uns Projektkonzeptionen, importiert
die von uns gelieferten Waren zollfrei, ist Projektleiter für
Planung, Aufbau und Wartung der Anlagen und bildet die
Projektverantwortlichen aus. Davon konnte sich Manfred Schiess,
Oberstudienrat aus Rastatt, mit seiner Delegation bei Ihrem Stopp auf
der Rückreise von Tanzania Ende Aug. / Anf. Sept. 2005
überzeugen. Sie sprachen auch mit der Bevölkerung,
die von
den Projekten profitieren. Manfred hat inzwischen schon mehrere
Vorträge über seine Reiseeindrücke gehalten
und auch in
unserem Rundbrief darüber berichtet.
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Der Besuch fand in der Regenzeit statt, weshalb
auf dem Foto alles grün ist. Auf dem Foto sind auch der
Sammeltank und rechts dahinter die Solarpanels zu erkennen. |
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| An
einer der Zapfstellen
demonstriert Fekadu, wie
mit Hilfe eines Plastikschlauchs kein Tropfen des kostbaren
Wassers beim Befüllen der Plastikkanister verloren geht. |
Auch in der
Gesundheitsstation freut sich das
Personal über sauberes fließendes Wasser. |
7. Wassersystem
- Trinkwasser
pro Person
und Tag ca. 7 Liter; für ca. 4500 Einwohner
(ursprünglich wurden nur 2500 angegeben); erforderliche
Wassermenge ca. 36 m³ pro Tag
- Höhenlage des
Quellhorizonts ca. 1.770 m ü. d. M.
- Fördermenge
ca. 36 m³/Tag in der Regenzeit
- 2 Unterwasserpumpen
GRUNDFOS SQFlex 2,5-2 (+1 Reserve) f. 30-300 V DC
oder 90 -240 V AC mit 50/60
Hz; 2 Jahre Garantie
- Ergiebigkeit im
trockensten Monat (Mai): durch das Zusammenführen von mehreren
Wasseradern konnte die Ergiebigkeit auf ca. 130 m³ pro Tag
erhöht werden; ursprünglich wurde mit ca. 48
m³ gerechnet
- Förderhöhe
zum Reservoir: ca. 35 m
- Nutzinhalt des
Reservoirs: ca. 42 m³
- Material der
Rohrleitungen: verzinkter Stahl bzw. für 10 bar ausgelegte
PVC-Leitungen
- Material der Ventile:
verchromter Stahl
- Durchmesser der ca. 1
km langen Rohrleitung zwischen Tauchpumpe und Reservoir: 2 Zoll
- Durchmesser der ca. 1
km langen Rohrleitung zwischen Reservoir und letztem Abzweig: 2 Zoll.
- Durchmesser der insgesamt
ca. 3 km Verzweigungsleitungen zw. Abzweigleitung und Wasserstelle: 1
Zoll
- Absperrventile: 1 am
Sammeltank zum Ablassen nach dem Spülen / Reinigen, 4 am
Ausgang des Reservoirs (2 für jede Leitung), 1 am Reservoir
zum Ablassen nach dem Spülen / Reinigen, 3 an Verzweigungen,
13 an Zapfstellen
- 13
Wasserzähler
8. Photovoltaik-Anlage
- 20 Solarmodule (+2
Reserve), ATERSA á 110 Watt;
25 Jahre Garantie auf Leistung
und Funktion
- Globalstrahlung: 1.800
kWh/m2/a
- Sonnenschein im Juli
und August 4,65 h (kritische Monate, daher Berechungsgrundlage)
Manfred Schieß, Tel. 07222 – 988 995 (manfred.schiess@gmx.de) und Walter
Trautwein, Tel. 0721 – 945 31 43 (walter.trautwein@gmx.de) sind gerne bereit vor einem
kleinen oder auch größeren Kreis über
dieses Projekt detaillierter zu berichten!
Stand: April 2006 |